Veraltete Konzepte oder Mut zur Verkehrswende?

Die IGLSW  hat ein sehr richtiges und wichtiges Thema aufgegriffen.

Wie passen die aktuellen politischen Bestrebungen zu einer Verkehrswende zu dem geplanten autobahngleichen B10 Ausbau durch das Biosphärenreservat?

Diese Fragestellung führte zu einem Brief an die Politik und zu einer Pressemitteilung, welche am 19 August in der Rheinpfalz aufgegriffen wurde (siehe „Landau B 10 Ausbau Konzept der Vergangenheit“). Lesen Sie hier die Mitteilung der IGLSWIGLSW = Interessen Gemeinschaft Landschaft Südwest in vollem Umfang.


Die B10 im Spiegel der aktuellen Diskussion um eine Verkehrswende

Die Interessengemeinschaft Landschaft Südwest (IGLSWIGLSW = Interessen Gemeinschaft Landschaft Südwest, Verein gemäß § 54 BGB) fordert die Politik in Land und Bund auf, den weiteren Ausbau der B10 im Zuge der aktuellen politischen Diskussionen um eine Verkehrswende kritisch zu prüfen. Noch ist es nicht zu spät, dieses an Verkehrskonzepten der Vergangenheit orientierte Straßenprojekt  zu ändern!

Gerade im sensiblen Zentrum des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen sollte die Politik mit guten Beispiel vorangehen und dort beispielhafte, natur-verträgliche, menschenverträgliche Verkehrskonzepte im Sinne der Verkehrswende entwickeln.

Sicherlich braucht es politischen Mut, dieses Projekt – es wurde vor allem von der wirtschaftlich schwächeren Westpfalz-Region vorangetrieben – neu zu bewerten.

Doch würde dieser Mut belohnt: Eine ganze Region beginnt einen neuen Weg, geht alternative Verkehrskonzepte an, zum Wohle Aller und der nachfolgenden Generationen.

Ein Ausbau – so wie er jetzt vorgesehen ist – bedeutet gemäß den alten Prognosen massiv ansteigenden Verkehr, vor allem mehr LKW-Verkehr!

Er nimmt weiter zu wegen des wachsenden Internet-Handels; dieser schwächt zudem den Einzelhandel, gerade in der Westpfalz-Region.

Der Ausbau – so wie er jetzt geplant wird – bedeutet Abgrabung an Berghängen, Auffüllen von Talflächen, quer durchs Biosphärenreservat! Hinzu kommt ein geplanter LKW-Rastplatz bei Wilgartswiesen. Zur Bändigung des Regen- und Tauwassers (dieses ist streusalzig) sind weitere Eingriffe in die Landschaft nötig.

Für die Anliegergemeinden und die Urlaubsregion bringt solcher Ausbau die unumkehrbare Zerstörung des naturnahen Landschaftsbilds, noch mehr Lärm und Luftbelastung sowie absehbar auch mehr Ausweichverkehr. Der Verkehrszuwachs erhöht auch noch die CO2-Emissionen. Das unterläuft die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung!

Wer will für dieses veraltete Verkehrskonzept die Verantwortung übernehmen?

Verfolgt man die aktuellen politischen Diskussionen, dann erscheint es wenig sinnvoll, zäh an diesem Straßenprojekt festzuhalten; voraussichtlich würde es erst um 2035 fertig und für jeden Baukilometer rund 10 Millionen € verschlingen. Die drängenden Fragen der Zukunftsmobilität und Infrastruktur beantwortet das Ausbau-Projekt jedenfalls auch
für diese Region nicht!

Man beachte die jüngsten Gespräche der Oberbürgermeister von Pirmasens und Landau: Da schaut man scharf auf die Probleme des B10-Ausbaus!

Die IGSLW fordert: Wagt einen kritischen Blick auf dieses veraltete Verkehrsprojekt!

Wagt die Mehrspurigkeit im Kopf, aber nicht durch das Biosphärenreservat! Mut zu neuen Wegen!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr IGLSW-Autorenteam

i.A. Walter Stutterich und Rudolf Ahrens-Botzong

Ein Gedanke zu „Veraltete Konzepte oder Mut zur Verkehrswende?“

  1. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl im Jahre 1993 verfügt, den Güterverkehr in unserer Republik von der Schiene auf die Straße zu verlegen. Er hat damit der Deutschen Bundesbahn damals den Todesstoß versetzt und den Weg zu den schlimmen Verkehrsproblemen unserer Tage geebnet. Es darf doch einfach nicht wahr sein, daß man heute angesichts des drohenden Klimawandels auch nur daran denkt, ausgerechnet die B 10 vierspurig auszubauen. Wenn man den verhängnisvollen Beschluß des Kanzlers Dr. Kohl endlich rückgängig machen und den Gütertransport wieder konsequent auf die Bahn verlegen würde, brauchte man vermutlich an einen solchen Unsinn wie den Ausbau der B 10 erst gar nicht zu denken. Offenbar haben aber manche führende Politiker immer noch nicht kapiert, welche Gefahren uns mittlerweile drohen.
    Dieter Robert Bettinger
    Ottweiler/Saar
    03.Oktober 2019

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