„Gegen Feinstaub helfen Wälle nicht“

RHEINPFALZ Leserbrief vom 01.12.2017 – Zur Berichterstattung über Lärmschutz an der B 10 zwischen Landau-Nord und Godramstein, „Wälle sollen Lärm schlucken“ in der Ausgabe vom 14. November.


Die regionalen Schlagzeilen zur B 10 begleiten uns in jüngster Zeit immer häufiger. Ein Ende ist nicht abzusehen. Aus gutem Grund. Was den Landauern und sämtlichen Südpfälzer Anwohnern entlang der B 10 blüht, ist deutlich mehr als „sechs harte Jahre“. Die sind bloß der Anfang, denn der durchgängige vierspurige Ausbau der B 10 von Hinterweidenthal bis Landau ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWPBVWP = Bundesverkehrswegeplan - Siehe auch  http://www.bvwp-projekte.de/stra... More 2030) vorgesehen. Irgendwie hat irgendwer irgendwem irgendwann doch noch weis machen können,
der vierspurige Ausbau zwischen Pirmasens und Landau sei alternativlos. Deshalb firmiert im BVWPBVWP = Bundesverkehrswegeplan - Siehe auch  http://www.bvwp-projekte.de/stra... More 2030 dieser Ausbau jetzt mit sage und
schreibe 370 Millionen Euro Gesamtprojektkosten. Klar – Peanuts.
Dieser BVWPBVWP = Bundesverkehrswegeplan - Siehe auch  http://www.bvwp-projekte.de/stra... More 2030 mit dem Projekt „B10-G11-RP“ kann sich zu einer spannenden Lektüre entwickeln. Die BI-Queichtal hat sich
dankenswerterweise dieser Lektüre hingegeben und die weniger offenkundigen Zahlen der Verkehrsprognose 2030 analysiert. Die Strecke
Hinterweidenthal-Rinnthal ist wie Landau-Godramstein als sogenannter „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft. Merkwürdigerweise obwohl
beide Strecken bereits dreispurig ausgebaut sind. Dabei liegen die Prognosen für die Strecke Hinterweidenthal-Rinnthal am niedrigsten von
allen Teilstrecken. Die zweispurige Strecke Rinnthal-Annweiler ist hingegen trotz ihrer relativ höheren Belastungsprognosen als sogenannter
„Weiterer Bedarf“ klassifiziert. Und „Weiterer Bedarf“ gilt sogar für die Strecke Annweiler-Godramstein, welcher die höchsten
Verkehrsbelastungen prognostiziert sind. – Noch merkwürdiger. Oder auf gut pfälzisch: Hää???
Zwischen Rinnthal und Annweiler ist ein Tunnel als Ausbaulösung vorgesehen, dessen Planungen noch immer nebelhaft erscheinen. Zudem:
Zwischen Annweiler und Godramstein liegen Birkweiler und Siebeldingen sowie Albersweiler. Hier ist der Bürgerwiderstand erbittert, da
ein vierspuriger Ausbau in dem engen Talabschnitt diese Gemeinden massiv betrifft.
Auf der Strecke Landau-Godramstein sollen jetzt Fakten geschaffen werden. Der vierspurige Ausbau geht los. „Lärm schluckende Wälle“
helfen sicherlich gegen Lärm. Vielleicht tatsächlich „um vier bis sechs Dezibel auf dann 45 bis 49 Dezibel“ – also nachts halt. Den
bestehenden und anwachsenden Feinstaub schlucken die Wälle nur leider nicht. Und die derzeit bestehenden „Feinstaubschlucker“, die
Bäume, müssen weichen: Jetzt wird gerodet.
Wie aus dem Artikel zu schließen ist, hat der Ausbau einen großen Flächenbedarf, dem viele Feinstaubschlucker zum Opfer fallen werden.
Da sind die Fahrbahnerweiterung auf 26 Meter und zusätzlich die Lärm schluckenden Wälle, die bei einem Meter Wall mindestens vier
Meter Wallfuß“ haben werden. Wir dürfen uns auf die Zukunft mit Wänden aus Glas, Kunststoff, Gabionen oder anderes freuen. Und jetzt
stelle man sich das Ganze durchgängig bis Hinterweidenthal vor. Ein Kunstwerk! Eine Attraktion im Biosphärenreservat
Pfälzerwald/Nordvogesen!
Aber halt – man braucht ja nicht durchgängig diese Wälle. Attraktiv werden die vier Spuren aber trotzdem, nämlich für den Transitverkehr.
Insbesondere den LKW-Transitverkehr. Das ist heute bereits der Fall. Für den regionalen Verkehr der Pirmasens-Landau Achse legen die
vorhandenen Verkehrszählungen und Verkehrsprognosen klar eine andere, sehr einfache, kostengünstige und EU-Richtlinienkonforme
Lösung nahe: Transitverbot auf der B10 zwischen Pirmasens und Landau.


Walter Stutterich, Pirmasens, Rudolf Ahrens-Botzong, Ludwigswinkel, Jacqueline Sharma, Siebeldingen

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