„Neue Wege suchen“

RHEINPFALZ Leserbrief am 09.11.2017 zum geplanten Ausbau der B 10


In den letzten Wochen sorgte die B10 im Lokalteil der Rheinpfalz gleich für mehrere Schlagzeilen. Sowohl die Berichte über Unfälle als auch die Anträge der Ortsgemeinde Queichhambach und der Stadt Annweiler zum Tunnelausbau lassen die Brisanz des Themas B 10 erkennen! Lärm- und Feinstaubbelastung entlang der B 10, die mitten durch das Unesco-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen führt, haben bereits die Grenzen des Erträglichen erreicht. Der beschlossene Ausbau der B10 bedeutet eine ungeheuerliche Landschaftszerstörung. Für den europäischen Ost-West Transitverkehr kommt der Ausbau einer Einladung gleich. Insbesondere der europäische Lkw-Transitverkehr ist bereits heute eine sehr hohe Belastung, wie jeder erkennen kann. Bundesweit wird mit einer 38%igen Zuwachsrate für den LKW-Verkehr bis 2030 gerechnet. Die Belastung der Landschaft, von Flora und Fauna sowie die gesundheitlichen Gefahren für die Anwohner steigen damit enorm. Gerade im Biosphärenreservat Pfälzerwald sollte dem Geländeerhalt und den Belastungen, denen Menschen, Boden, Wasser und Luft, durch Ruß, Feinstaub und Lärm ausgesetzt sind, eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gerade hier könnte exemplarisch für andere Regionen nach umweltverträglichen Lösungen gesucht werden. Dem Staat kommt die Aufgabe zu, die Bürger und deren Umwelt zu schützen. Der Bund und das Land Rheinland-Pfalz sind aufgefordert, diese elementare Aufgabe wahrzunehmen und für den Lkw-Transitverkehr anstelle des Ausbaus der B 10 nach neuen und nachhaltigen Wegen zu suchen. Es muss eine zukunftsweisende Infrastrukturpolitik entwickelt werden! Klimaschutzziele lassen sich nicht mit veralteten Verkehrskonzepten erreichen!
Die Straßenverkehrsordnung bietet die Möglichkeit, zum „Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen“. Auch in „Landschaftsschutzgebieten und Ortsteilen, die überwiegend der Erholung dienen“ ist es rechtlich möglich, den Verkehr zu beschränken. Für die B10 trifft beides zu: Die Bevölkerung sowie das Biosphärenreservat müssen geschützt werden. Es ist mehr als wünschenswert, dass sich verantwortliche Politiker und Menschen finden, die an die offenen Ergebnisse des letzten Mediationsverfahrens zur B 10 anknüpfen, um in einer erneuten öffentlichen Diskussion nach neuen, zukunftsweisenden Wegen zu suchen.


Walter Stutterich, Pirmasens, Rudolf Ahrens-Botzong, Ludwigswinkel, Jacqueline Sharma, Siebeldingen

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