„Lärmschutz besser als jetzt“

Stellungnahme zum RHEINPFALZ Artikel „Lärmschutz besser als jetzt“ vom 06.12.2017


Im genannten Artikel wird die Pirmasenser Initiative „B 10 – Vier Spuren jetzt“ zitiert, wie sie B10 Ausbaugegner heftig angreift, diese würden mit „Dreck werfen“. Nun, die aufmerksamen Rheinpfalzleser werden selbst erkennen, wer hier tatsächlich wen mit was bewirft.
Die Anlieger der B10 werden jedenfalls eine ganze Menge Dreck zu schlucken haben. Erst durch die Baustellen, dann durch induziert gestiegenen Verkehr, insbesondere LKWs. Die Jahre oder sogar Jahrzehnte während des drohenden großflächigen Landschaftsumbaus zur Pfälzerwald Autobahn, werden für die Anwohner besonders schlimm. Das hat nichts mit Angstmache zu tun. Den Anwohnern ist das Chaos des Ausweichverkehrs aus bisherigen Baustellen, Unfällen und anderen Sperrungen eine leidvoll bekannte, kaum zu ertragende Belastung. Den vierspurigen Ausbau als Verbesserung für Anlieger und Natur dargestellt zu sehen, kann man als Betroffener nur sarkastisch verstehen. Es geht nicht um abstrakte ideologische Ideen, sondern um konkrete Bürgerinteressen. Und es geht um den Erhalt des Biosphärenreservates. Den anfänglichen beschwichtigenden Versprechungen zum Naturschutz im Biosphärenreservat wird bereits Hohn gesprochen. Die Pirmasenser Initiative spricht sich für Ausbauvariante 3 zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein aus (siehe Rheinpfalz Veröffentlichung „Auf bestehender Trasse oder durch den Wald“). Die schnellste, billige Lösung. Den erhöhten Flächenbedarf könne man ja einfach durch den Rückbau einiger Kasernen kompensieren. Selbst die zugesagten Wildbrücken würden entfallen, dafür aber bisher unberührte Waldflächen in der Stillezone erschlossen und Tierhabitate bedroht.
Nicht besser ist die Idee, mitten im Biosphärenreservat, bei Vogelschutzgebiet und Fledermaushabitat den LKW Parkplatz Wilgartswiesen zu errichten. Wieso nutzen die Pirmasenser nicht die Gelegenheit, bei sich einen lukrativen LKW Rastplatz zu konzipieren? Autobahnanbindung hat Pirmasens bereits. Das Verhalten des landauer Stadtrates hingegen, sich bis zuletzt zu wehren, ist genau im Sinne seiner Bürger. Nun – zumindest angemahnt wurde Objektivität.
Vielleicht macht eine übergeordnete Sicht Sinn?
Ein Blick auf die Europakarte allerdings entlarvt die gigantische, teure und noch ziemlich planlose B10 Ausbauidee leider nicht als Hilfe für die Pendler. Auch eine vierspurige B10 wird dank moderner LKW Leitsysteme sofort völlig ausgelastet sein. Trotzdem wird Stück für Stück von Ost und West weiter ausgebaut, und der Druck auf die B10 wird spürbar mehr, nicht weniger. Wir erleben eine zermürbende und destruktive Salamitaktik. Offenbar herrscht das Motto „Teile – und schaffe Fakten!“. Und die B10 droht zu einer Autobahn für den überregionalen Durchgangsverkehr zu verkommen. Dabei gibt es europäische Richtlinien und Übereinkünfte, die eine Bündelung des transeuropäischen Verkehrs vorsehen, um genau derartige Fehlentwicklungen zu vermeiden. Das Stichwort dazu heißt Transeuropäische Verkehrsnetze (TEN-V). Die vorhandene A6/E50 zum Beispiel wird unter Einsatz von EU-Geldern weiter ausgebaut.
Nur ein konsequent verfolgtes Transitverbot für den europäischen LKW-Verkehr auf der B10, kann hier helfen. Südwestpfälzer und Südpfälzer sollten sich gemeinsam dafür stark machen, statt sich gegeneinander aufzureiben.
Wir wünschen eine gesegnete Adventszeit und fröhliche Weihnachtsfeiertage!


Walter Stutterich, Pirmasens, Rudolf Ahrens-Botzong, Ludwigswinkel, Jacqueline Sharma, Siebeldingen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.