„Lärmschutz besser als jetzt“

Stellungnahme zum RHEINPFALZ Artikel „Lärmschutz besser als jetzt“ vom 06.12.2017


Im genannten Artikel wird die Pirmasenser Initiative „B 10 – Vier Spuren jetzt“ zitiert, wie sie B10 Ausbaugegner heftig angreift, diese würden mit „Dreck werfen“. Nun, die aufmerksamen Rheinpfalzleser werden selbst erkennen, wer hier tatsächlich wen mit was bewirft.
Die Anlieger der B10 werden jedenfalls eine ganze Menge Dreck zu schlucken haben. Erst durch die Baustellen, dann „„Lärmschutz besser als jetzt““ weiterlesen

„Gegen Feinstaub helfen Wälle nicht“

RHEINPFALZ Leserbrief vom 01.12.2017 – Zur Berichterstattung über Lärmschutz an der B 10 zwischen Landau-Nord und Godramstein, „Wälle sollen Lärm schlucken“ in der Ausgabe vom 14. November.


Die regionalen Schlagzeilen zur B 10 begleiten uns in jüngster Zeit immer häufiger. Ein Ende ist nicht abzusehen. Aus gutem Grund. Was den Landauern und sämtlichen Südpfälzer Anwohnern entlang der B 10 blüht, ist deutlich mehr als „sechs harte Jahre“. Die sind bloß der Anfang, denn „„Gegen Feinstaub helfen Wälle nicht““ weiterlesen

B10 – Zusammenfassung

Dieser Informationsseite liegen Recherchen auf unten angegebenen Platformen und Links zugrunde. Dank gilt an dieser Stelle insbesondere der BI-Queichtal, welche in der Analyse der Verkehrsprognosen des BVWP 2030 die recht versteckt vorhandenen Zahlen der Verkehrsprognosen für 2030 aufbereitet und analysiert hat.


  • Der vierspurige Ausbau der B10 ist trotz vielfältiger Einsprüche und Alternativvorschläge im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) eingeplant worden
  • 370 Mio. € Steuergelder sind für den Ausbau vorgesehen, kostengünstige Alternativen finden kein Gehör
  • Die B10 soll angeblich als Ost-West-Achse für den Raum Pirmasens-Landau gestärkt werden
  • Verkehrsprognosen zeigen aber für 2030 summa summarum eher einen Rückgang der Verkehrslast im KFZ Bereich[1]
  • Der Ausbau dient dem Lastverkehr. Für die LKW Belastung sehen die Prognosen deutliche Anstiege[2]
  • Der Anteil des Transitverkehrs ist bereits 50-60% der gesamten LKW Belastung[3]

Ein Transitverbot kann die Achse Pirmasens-Landau zugunsten des regionalen Verkehrs hinreichend entlasten. Die geplante 370 Mio.€ Pfälzerwald-Autobahn ist überflüssig. Eine zusätzliche, durch den Ausbau induzierte Mehrbelastung[4] kann vermieden werden.


  • Die Europäische Union hat vertraglich TEN-Achsen („Trans-European-Networks“) festgelegt auf denen der Transeuropäische Verkehr zu bündeln ist
  • Dafür existieren die bereits als europäische Transitautobahn ausgebaute A6/E50 am Nordrand des Biosphärenreservates Pfälzerwald/Nordvogesen und die französische A4/E25 am Südrand des Biosphärenreservates

Die europäischen TEN-V Richtlinien zur Bündelung des transeuropäischen Verkehrs werden mißachtet. Mautflüchtige werden toleriert, rechtliche Möglichkeiten ignoriert.


  • Unser Verkehrsminister Volker Wissing ist der Meinung: Die Umleitung des überregionalen Schwerverkehrs ist eine „Zumutung“ für Speditionen
  • Er befürwortet den vierspurigen Ausbau ganz im Sinne der Südwestpfälzischen Industrie-Lobby
  • In Deutschland gibt es Dutzende rechtskräftiger Fälle, in denen mit oft weiträumiger Umleitung des überregionalen Schwerlastverkehrs auf Gesundheit und Lebensqualität der Menschen Rücksicht genommen wird[5]
  • Der Rechtsanspruch auf diesen Schutz der Bürger leitet sich aus § 45 der Straßenverkehrsordnung ab

Ohne jede Notwendigkeit wird das einmalige Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen durch die geplante Ost-West Autobahnschneise zerteilt und großräumig zerstört.


  • Die Gefährdung vom Aussterben bedrohter Arten (z.B. Wildkatze) ist überflüssig
  • Die raumfordernde irreversible Landschaftszerstörung im Queichtal ist überflüssig
  • Die mögliche Aberkennung des Status Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen ist überflüssig
  • Die erhöhte Lärm- und Feinstaubbelastung für die Südpfälzer Anwohner ist überflüssig
  • Die Zerstörung der Tourismus- und Weinbauregion Südpfalz ist überflüssig

Es sind bereits zu viele Fakten geschaffen worden, die unsere Region stark belasten.


  • Schon längst sind Lärm- und Feinstaubbelastung für B10 Anwohner an der Schmerzgrenze
  • Der „Transitdruck“ von Westen steigt seit dem vierspurigen Ausbau Pirmasens-Hinterweidenthal
  • Der vierspurige Ausbau Landau-Godramstein ist in die Wege geleitet. Induziertes Verkehrsaufkommen drückt damit auch von Osten
  • Transitschwerlastverkehr über die B272 weiter auf die B10 wird toleriert
  • Nachts parken überall die LKWs – so wird der LKW Parkplatz Wilgartswiesen auch für Anwohner zum Bedarf

Unsere Lebensqualität und das Biosphärenreservat sind schützenswert. Lassen Sie die geplanten Zerstörungen nicht zu! Handeln Sie mit uns!


Wir fordern ein Transitverbot auf der B10 zwischen Pirmasens und Landau!
Wir fordern die einstweilige Zurückstellung aller weiteren Ausbauaktivitäten der B10!
Wir fordern die Wiederaufnahme der Mediation zwischen den Südwest- und Südpfälzer Interessensgruppen!

Wir sind überzeugt, beide Interessenlagen lassen sich ehrlich befriedigen und das Biosphärenreservat im Sinne von Mensch und Natur schützen.



[1] Prognose 2030 für die Zählstelle Godramstein liegt bei 26-31.000 KFZ/24h gegenüber gezählten 31.789 KFZ/24h in 2014 und für die Zählstelle Wilgartswiesen bei 17-18.000 KFZ/24H gegenüber gezählten 16.612 KFZ/24h in 2014
[2] Prognose 2030 für die Zählstelle Godramstein liegt bei 6.000 LKW/24h gegenüber gezählten 3.925 LKW/24h in 2014 und für die Zählstelle Wilgartswiesen ebenfalls 6.000 LKW/24h gegenüber gezählten 3.283 LKW/24h in 2014
[3] Erfahrungen vergangener Transitverkehrssperrungen lassen diese Schätzung rückschließen
[4] Die Verkehrsprognosen im BVWP 2030 prognostizieren im Ausbaufall deutlich höhere Verkehrsaufkommen
[5] Beispiele für weiträumige Umleitungen sind B 4 im Bereich Lüneburg – Braunschweig, B 25 zwischen Augsburg und Feuchtwangen, B 239 zwischen Heilbronn und Karlsruhe